Chronik
Über ein Jahrhundert Gelb&Blau
Im Oktober 1909 wurde der VfB Annaberg gegründet. Erster Vorsitzender war Hans Richter. Gespielt wurde von Anfang an auf dem Schillerplatz – unserer heutigen traditionsreichen Spielstätte.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 mussten 30 Vereinsmitglieder an die Front ziehen. Erst im Frühjahr 1919 konnte der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden. Trotz schwieriger Zeiten entwickelte sich der Verein weiter: 1923 entstand das erste Vereinsheim an der Festhalle, 1926 wurde ein vereinsinterner Sportplatz an der Dresdener Straße gepachtet. Als Umkleidelokal diente damals das „Feldschlösschen“.
1929 feierte der VfB sein 20-jähriges Bestehen mit einer großen Festwoche. Zahlreiche Gäste, darunter der damalige 1. Bürgermeister Dr. Krug, Stadtrat Roch sowie Vertreter befreundeter Vereine, nahmen an den Feierlichkeiten teil.
Ab 1933 kehrte der Spielbetrieb wieder vollständig auf den Schillerplatz zurück. Die Mannschaft nutzte zunächst den „Fuchsbau“, später die „Pforte“ als Umkleidelokal. 1940 folgte ein sportlicher Höhepunkt: Der VfB errang die Meisterschaft mit einer starken Mannschaft um Spieler wie Häber, Mehnert, Neugebauer, Espig, Mosch, Funck, Soltau, Nestler, Langer und Mitte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann im Frühjahr 1946 ein neuer Abschnitt unter dem Namen „Einheit Annaberg“, später „Konsum Annaberg“. Die Turnhalle in der Parkstraße diente als Umkleide. In den 1950er Jahren baute der unvergessene Erich Halliger mit großem Engagement die Jugendarbeit auf und legte damit den Grundstein für viele sportliche Erfolge.
Die 1950er- und 1960er-Jahre waren geprägt von den legendären KÄT-Spielen gegen namhafte Mannschaften der DDR-Oberliga. 1952 gelang ein vielbeachteter 5:3-Sieg gegen Wismut Gera mit mehreren Nationalspielern. 1954 wurde Annaberg Kreismeister und spielte um den Aufstieg in die Bezirksklasse. In der Saison 1954/55 gewann die Mannschaft die Staffel 6 der Bezirksklasse.
In dieser Zeit wechselte der Vereinsname mehrfach: von „Wismut Annaberg“ zu „Medizin Annaberg“ und schließlich nach der Vereinigung mit „Motor“ zu „BSG Motor Annaberg“. 1955 kam es sogar zu einem Spiel in Weiden in der Bundesrepublik. Talente wie Fritz Feister und später Gerd Theumer wurden zum SC Motor Karl-Marx-Stadt delegiert.
1961 traf die Mannschaft auf eine indonesische Studentenauswahl. 1965 war Annaberg Etappenziel der DDR-Radrundfahrt – vor 7.000 Zuschauern gewann Motor Annaberg das Vorspiel gegen ISG Geyer mit 3:2. Im selben Jahr gelang der erste Aufstieg in die Bezirksliga Karl-Marx-Stadt, der vierthöchsten Spielklasse der DDR.
Nach dem Abstieg 1967 kämpfte sich das Team zurück und schaffte 1972 erneut den Aufstieg in die Bezirksliga. 1974 folgte jedoch wieder der Gang in eine tiefere Spielklasse. In dieser Zeit wurden mit Thomas Frieß und später Jochen Ruthe weitere Spieler zu höherklassigen Vereinen nach Aue delegiert.